Die Geschichte des Geldes: Von Salz über die Medici bis zur Bank of England
- Roberto De Luca

- 21. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Kapitel 2
Dieser Beitrag ist eine kurze Zusammenfassung zu Kapitel 2 meines Buches "Meine Reise im digitalen Wilden Westen". Bevor wir später bei Bitcoin landen, lohnt sich ein kurzer Blick zurück: Die Geschichte des Geldes
Ganz am Anfang gab es kein Geld, sondern Tauschhandel. Das funktionierte gut, solange man sich kannte und im Kopf behalten konnte, wer wem noch etwas schuldete. Sobald Menschen aber mit Fremden handelten, reichte diese mentale Liste nicht mehr. Es brauchte etwas Handfestes mit einem Wert, den jeder akzeptiert.
Je nach Region wurde daraus alles Mögliche: Salz im antiken Rom (daher das Wort "Salär"), Kakaobohnen bei den Azteken, Walzähne auf Fidschi, Muscheln in Tibet, Getreide in Teilen Afrikas und Chinas. Damit so etwas als Geld funktioniert, muss es selten, erkennbar, teilbar, austauschbar und transportierbar sein. Das Problem: Dieses frühe Geld war instabil, ein neuer Fund oder eine schlechte Ernte, und der Wert brach ein.
Mit den Münzen aus Gold, Silber und Bronze änderte sich das. Das Metall hatte schon selbst einen Wert, man musste niemandem vertrauen. Allerdings kam damit auch die Macht ins Spiel: Wer die Münzprägung kontrollierte, kontrollierte auch die Steuern und letztlich das Land. Geld und Macht waren ab diesem Moment untrennbar verbunden.
Im 15. Jahrhundert perfektionierten Handelsfamilien wie die Medici in Florenz eine neue Idee: eine schriftlich verbriefte Schuld hat selbst einen Wert und lässt sich weitergeben, statt schweres Gold quer durch Europa zu transportieren. Damit erfanden sie im Grunde das erste Papiergeld Europas und stiegen nebenbei zur mächtigsten Finanzfamilie ihrer Zeit auf.
Etwa zur gleichen Zeit machten Goldschmiede eine folgenschwere Beobachtung: Die hinterlegten Münzen ihrer Kunden wurden kaum je abgeholt. Sie begannen, das ungenutzte Gold gegen Zinsen zu verleihen, und irgendwann reichte den Leuten sogar nur noch eine Quittung als Beweis. Damit waren im Grunde die ersten Banken geboren, nicht durch einen grossen Plan, sondern durch eine clever genutzte Vertrauenslücke.
Als Könige und Königinnen immer teurere Kriege finanzieren mussten, reichten die normalen Steuereinnahmen längst nicht mehr aus. Sie begannen, Geld zu leihen und künftige Steuern als Sicherheit zu hinterlegen, die Geburtsstunde der Staatsschulden. 1694 wurde die Bank of England gegründet, offiziell privat, mit dem Zweck, einen Krieg gegen Frankreich zu finanzieren. Sie bekam das Monopol auf das Drucken von Papiergeld und verwaltete bald die gesamten Staatsschulden des Landes. Geld, Macht und Staat waren damit endgültig miteinander verschmolzen.
Genau dieses Muster, Herrscher, Bank, Versprechen auf Papier, wiederholte sich danach immer wieder, bis es zweihundert Jahre später in den USA zu etwas führte, das unser Geldsystem bis heute prägt. Diese Geschichte der amerikanischen Notenbank erzähle ich ausführlich im Buch.
Roberto De Luca
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