Kein Wirtschaftsstudium, aber ein Leben als Lehrmeister – warum ich ein zweites Buch schreibe
- Roberto De Luca

- 17. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Kapitel 1
Dieser Beitrag ist ein kleines Intro über mich – als Einstieg in mein neues Buch. Bevor es um Bitcoin, Aktien, Gold und Sparen geht, möchte ich dir kurz erzählen, wer ich bin und warum ich dieses Buch überhaupt schreibe.
Stell dir vor, du liest die erste Seite eines Buches – und bis du bei der zweiten angekommen bist, hast du schon vergessen, was auf der ersten stand. Genau so ging es mir in der Schule. Kein Wirtschaftsstudium, kein Finanzdiplom, kein MBA. Für viele klingt das nach einer schlechten Voraussetzung, um über Geld, Bitcoin oder Investieren zu schreiben.
Ich sehe das anders. Was ich habe, ist etwas, das man in keinem Hörsaal lernt: ein Leben, das mich auf die harte Tour gelehrt hat, wie das System wirklich funktioniert. Nicht aus der Theorie, sondern am eigenen Leib.
Zwei Wochen alt und schon "illegal" in der Schweiz
Ich bin im Februar 1988 in Italien geboren – ausgerechnet in der Zeit, als meine Eltern gesetzlich noch bis Ende Februar in Italien bleiben mussten. Als sie zurück in die Schweiz durften, haben sie mich einfach mitgenommen. Heimlich, zwei Wochen alt.
Warum das nötig war? Meine Eltern waren sogenannte Saisonniers – Gastarbeiter, die zwar in der Schweiz arbeiten und Steuern zahlen durften, aber jeden Winter zurück in ihr Heimatland mussten und ihre Familie nicht mitbringen durften. Dieses Gesetz gab es von 1934 bis 2002, fast siebzig Jahre lang. Das Land wollte die Arbeitskraft meiner Eltern. Nicht ihre Familie. Ich finde bis heute: Wenn jemand in einem Land arbeitet und Steuern zahlt, sollte es kein Problem sein, das eigene Kind bei sich zu haben.
Aufgewachsen bin ich dann in Unterägeri im Kanton Zug – einer der reichsten Gegenden der Schweiz. Viele Schulkollegen wohnten in grossen Häusern mit Garten. Wir hatten kein Auto vor der Tür und eine alte Wohnung, in der man durch jedes Zimmer laufen musste, nur um aufs WC zu kommen. Hat mich das traumatisiert? Nein. Geprägt? Absolut.
Sparen konnte ich – Investieren musste ich mir selbst beibringen
Mein Vater war Gipser, meine Mutter Hilfsköchin in einer Privatklinik. Von klein auf haben sie mir eine Regel eingetrichtert: Spare. Immer. Egal was. Nicht weil sie reich werden wollten, sondern weil sie wussten, wie es sich anfühlt, wenn das Geld fehlt. Ihr erstes gespartes Geld floss in eine Eigentumswohnung in Italien – umgerechnet rund 50'000 Euro, Franken für Franken zusammengekratzt.
Die Sparmentalität habe ich also mitbekommen. Das Investieren dagegen nicht – davon hatten meine Eltern schlicht keine Ahnung, und für sie war Investieren gleichbedeutend mit Verlieren. Eine Denkweise, die ich verstehe, die ich aber irgendwann überwinden musste.
Schon in den Schulferien half ich meinem Vater auf der Baustelle mit. Keine Strafe – so tickte meine Familie: Du willst etwas? Dann tu etwas dafür. 500 Franken pro Woche waren für mich damals ein Vermögen. Skateboard, Rollerblades, Eishockeystock – alles selbst verdient. Das war Stolz.
Die Frage, die mich nicht mehr losliess
Erst später, während meiner Lehre als Detailhändler in der Unterhaltungselektronik, kam mir eine Frage, die ich lange nicht beantworten konnte: Warum haben Banken eigentlich immer die grössten und schönsten Gebäude der Stadt? Ihre Aufgabe war doch simpel: auf unser Geld aufpassen. Damals kostete die EC-Karte 40 Franken im Jahr. Das wars. Womit finanzieren sie also diese Paläste?
Ich fand damals keine Antwort. Aber die Frage blieb – wie ein kleiner Stachel im Hinterkopf.
Vom Zufall zu Bitcoin – und wieder zurück
Anfang 2016 hörte ich zum ersten Mal wirklich von Bitcoin. Preis: etwa 800 Dollar. Mein erster Gedanke: Jetzt ist es vorbei, der Zug ist abgefahren. Ich hatte schlicht keine Ahnung, was Bitcoin überhaupt war.
Statt weiterzumachen wie bisher, begann ich, jeden langen Arbeitsweg zu nutzen – für Podcasts, Hörbücher, Videos. Meine ersten Bücher: Der reichste Mann von Babylon, Rich Dad Poor Dad, alles von Robert Kiyosaki. Ich boxte mich langsam in die Finanz- und Börsenwelt hinein. Niemand hat mir die Tür geöffnet – ich habe sie selbst aufgestossen.
Als ich später wieder auf Bitcoin traf, diesmal bei über 17'000 Dollar, war ich ein anderer Mensch. Ich kaufte, lernte weiter – und erlebte kurz darauf einen Crash von fast 50 Prozent. Einfach so, innerhalb weniger Wochen. Wer die Grundlagen nicht kennt, verkauft in Panik. Ich nicht. Weil ich diesmal verstand, was ich eigentlich hielt: Bei Bitcoin gibt es kein "Drucken auf Wunsch". Deine Bitcoin gehören dir – nicht der Bank, nicht dem Staat. Niemand kann deine Transaktion blockieren, niemand kann dir dein Geld einfrieren.
Das ist für mich keine Theorie. Das ist der Grund, warum ich schreibe.
Zuerst lachen sie dich aus
2022 habe ich mein erstes Buch über Bitcoin geschrieben. Ehrlich gesagt: trocken, Punkt zu Punkt, ohne roten Faden. Kaum jemand hat es gelesen – auch weil das Timing denkbar schlecht war, Bitcoin war gerade abgestürzt. Aber vor allem, weil ich damals schon spürte: Die meisten Menschen interessieren sich nicht wirklich für das Thema Geld. Alle wollen es haben. Kaum jemand will sich damit beschäftigen.
Es gab auch Stimmen über Umwege: Roberto hat ja keine Wirtschaftslehre. Was weiss der schon? Ich habe geschwiegen. Nicht weil sie recht hatten, sondern weil Worte nichts bringen. Ergebnisse schon. Es gibt einen Satz, den ich sehr mag: Zuerst lachen sie dich aus, dann kämpfen sie gegen dich, dann wollen sie so sein wie du.
Warum ich ein zweites Buch schreibe – und diesen Blog
Stell dir vor, du kaufst im Frühling eine Winterjacke mit 70 Prozent Rabatt für den nächsten Winter. Logisch, oder? Trotzdem machen das die wenigsten. Die meisten kaufen erst, wenn es kalt ist – und zahlen den vollen Preis. Genau dasselbe Prinzip gilt bei Geld, bei Aktien, bei Bitcoin: Die meisten kaufen, wenn der Preis hoch ist und alle darüber reden – und verkaufen, wenn er fällt und alle Angst haben. Dabei wäre es genau umgekehrt oft klüger.
Genau darum geht es in diesem Blog und in meinem neuen Buch: Ich will dir Geld, Wirtschaft, Bitcoin, Gold und Sparen so einfach und ehrlich erklären, wie ich es mir selbst damals gewünscht hätte – ohne Fachchinesisch, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich kann dich nicht vor allem beschützen. Aber ich kann dich begleiten und dir zeigen, worauf es wirklich ankommt.
Ein Satz aus der Bitcoin-Welt bringt es für mich auf den Punkt:
Jeder kauft Bitcoin zu dem Preis, den er verdient.
Die Frage ist nicht, ob du irgendwann einsteigst – in Bitcoin, in Aktien, in dein eigenes Finanzwissen. Die Frage ist nur, zu welchem Preis. Wer sich heute informiert, hat morgen die besseren Karten.
Ro₿y
Disclaimer: Alles in diesem Artikel basiert auf meiner persönlichen Analyse und meiner eigenen Einschätzung des Marktes. Dies ist keine Finanzberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Jeder ist für seine eigenen Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich.
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